Feste und Brauchtum: Fasnet, Sommerfeste, Advent
Von der alemannischen Fasnet über die Schlemmermeile im August bis zum Advent: wie Höchenschwand und der Südschwarzwald durchs Jahr feiern.
Ein Dorf auf dem Land lebt im Rhythmus seiner Feste. In Höchenschwand ist das nicht anders. Das Kirchenjahr, die alemannische Fasnet, der Sommer mit seinen Dorffesten und die Adventszeit geben dem Jahr seine Fixpunkte. Für Gäste sind diese Tage eine Gelegenheit, den Ort von einer Seite kennenzulernen, die man bei einer Wanderung nicht sieht. Diese Seite erklärt die wichtigsten Bräuche und Feste. Für konkrete Termine ist der Veranstaltungskalender der Gemeinde die richtige Quelle, weil sich Daten und Programme jedes Jahr ändern.
Die alemannische Fasnet
Im Südwesten Deutschlands, in der Nordschweiz und im Elsass wird nicht Karneval gefeiert, sondern Fasnet, Fasnacht oder Fastnacht. Die alemannische Fasnet hat ihre Wurzeln in der Zeit vor der Fastenzeit, in der noch einmal ausgelassen gefeiert wurde, bevor die Entbehrungen begannen.
Typisch sind:
- Narrenzünfte: Vereine, die die Fasnet eines Ortes tragen. Viele haben eigene, über Generationen überlieferte Figuren.
- Häs und Larve: Das Kostüm heißt Häs, die Holzmaske Larve oder Scheme. Sie werden oft von Hand geschnitzt und in der Familie weitergegeben.
- Schmutziger Donnerstag: Der Donnerstag vor dem Fasnetssonntag gilt vielerorts als Auftakt der heißen Phase, oft mit dem Sturm auf Rathaus oder Schule.
- Umzüge und Narrensprünge: Die Zünfte ziehen durch die Straßen, oft mit Musik, Rasseln und Glocken.
- Funkenfeuer: In vielen Orten im Südwesten werden am Sonntag nach Aschermittwoch Feuer entzündet, die den Winter vertreiben sollen.
Jeder Ort feiert etwas anders. Wie die Fasnet in Höchenschwand und den umliegenden Dörfern abläuft, erfahren Sie am besten vor Ort. Viele Narrenzünfte veröffentlichen ihre Termine selbst.
Der Sommer: Dorffeste und Schlemmermeile
Im Sommer verlagert sich das Leben nach draußen. Vereine richten Hocks und Feste aus, es gibt Musik, Vesper und Kuchen. Zwei Termine sind für Höchenschwand besonders:
- Schlemmermeile: Seit 1993 lädt der Ort am zweiten Augustwochenende zu einem Fest mit regionalen Speisen und Getränken ein. Für Gäste im Sommerurlaub ein guter Anlass, die Küche der Region kennenzulernen.
- Strohskulpturenwettbewerb: Alle zwei Jahre entstehen im Ort und in der Umgebung Figuren aus Strohballen. Die Skulpturen stehen eine Zeit lang in der Landschaft und lassen sich bei Spaziergängen entdecken.
Herbst: Ernte und Kirchenjahr
Im Herbst feiern viele Gemeinden Erntedank mit geschmückten Altären und Gottesdiensten. Auf der Hochfläche ist der Herbst zudem die Zeit klarer Tage, an denen der Alpenblick am schönsten ist, siehe Wetter und Reisezeit. An Allerheiligen werden die Gräber geschmückt, und St. Martin ist für Kinder mit Laternenumzügen ein fester Termin.
Advent und Weihnachten
In der Adventszeit leuchten Sterne in den Fenstern, und in der Region gibt es zahlreiche Weihnachtsmärkte, von kleinen Märkten auf Dorfplätzen bis zu größeren in den Städten am Hochrhein und im Schwarzwald. Wer Schnee und Kerzenlicht verbinden will, hat im Dezember auf der Hochfläche gute Chancen auf beides, aber keine Garantie.
Küche als Brauchtum
Zu jedem Fest gehört Essen. Bekannt sind der Schwarzwälder Schinken, die Schwarzwälder Kirschtorte und das Kirschwasser. Dazu kommen im Alltag Vesperplatten mit Speck, Bauernbrot und Käse, Forellen aus Bächen und Teichen und im Herbst Wild aus den heimischen Wäldern. Bei Dorffesten stehen oft einfache Gerichte wie Wurstsalat und Flammkuchen auf der Karte. Was genau in die Kirschtorte gehört und warum der Schinken geräuchert wird, wird ein eigener Ratgeber-Artikel ausführlich erklären.
Vereine und Gemeinschaft
Vereine tragen viele dieser Feste: Musikvereine, Narrenzünfte, Feuerwehr, Sportvereine. Das frühere Ortsportal unter dieser Adresse hatte eine eigene Vereinsseite und Fotoshows von Festen. Diese Inhalte gibt es nicht mehr. Wir veröffentlichen keine Daten von Vereinen und Personen, sondern erklären die Bräuche allgemein. Wer einen Verein kontaktieren möchte, findet die Angaben bei der Gemeinde.
Tipps für Gäste
- Termine prüfen: Feste fallen jedes Jahr auf andere Daten, manche finden nur jedes zweite Jahr statt.
- Früh buchen: Rund um die Schlemmermeile und die Fasnet sind Unterkünfte gefragt.
- Respekt vor Bräuchen: Masken und Häs sind kein Faschingskostüm, sondern gepflegte Tradition.
- Bargeld: Bei Dorffesten wird nicht überall mit Karte bezahlt.
Mehr über den Ort und seine Geschichte steht unter Höchenschwand im Porträt.
Quellen
- Schlemmermeile und Strohskulpturen: Angaben der Gemeinde Höchenschwand
- Alemannische Fasnet: allgemeine landeskundliche Darstellungen zur schwäbisch-alemannischen Fastnacht
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Fragen und Antworten
- Was ist das Besondere an der alemannischen Fasnet?
- Die alemannische Fasnet im Südwesten unterscheidet sich vom rheinischen Karneval. Im Mittelpunkt stehen Narrenzünfte mit überlieferten Figuren, deren Kostüme Häs heißen und oft mit geschnitzten Holzmasken getragen werden. Es geht weniger um Sitzungen und Prunk als um Umzüge, Narrensprünge und alte Bräuche, die von Ort zu Ort verschieden sind.
- Wann ist die Schlemmermeile?
- Die Schlemmermeile findet seit 1993 in der Regel am zweiten Augustwochenende statt. Das genaue Datum und das Programm veröffentlicht die Gemeinde jedes Jahr neu. Wer in dieser Zeit Urlaub plant, sollte die Unterkunft früh buchen.
- Kann man als Gast bei der Fasnet mitmachen?
- Zuschauen ist ausdrücklich erwünscht, Umzüge sind öffentlich. Mitlaufen in einer Zunft ist dagegen den Mitgliedern vorbehalten, Häs und Masken sind kein Kostüm zum Ausleihen. Wer sich verkleidet am Straßenrand unter die Zuschauer mischt, wird aber selten schief angeschaut.
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Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Höchenschwand im Web.