Wandern

Wandern mit Hund im Schwarzwald: Regeln und Touren

Wo der Hund frei laufen darf, wo die Leine Pflicht ist, wie Sie Kühen auf der Weide begegnen und welche Touren rund um Höchenschwand für Hunde gut passen.

Der Schwarzwald ist eine gute Gegend für Wanderungen mit Hund: viel Wald, breite Wege, wenig Verkehr und kühle Luft in den Höhenlagen. In Baden-Württemberg gilt im Wald keine allgemeine Leinenpflicht. Der Hund muss aber jederzeit unter Ihrer Kontrolle sein, und in Naturschutzgebieten, auf Weiden und in der Brut- und Setzzeit gehört er praktisch immer an die Leine. Diese Seite fasst die Regeln zusammen, erklärt den Umgang mit Weidevieh und Wildtieren und nennt Touren rund um Höchenschwand, die für Hunde gut passen. Den Überblick über alle Wanderarten gibt die Seite Wandern in Höchenschwand.

Die Regeln im Überblick

Wo Was gilt Praxis
Wald allgemein keine generelle Leinenpflicht, Hund muss kontrollierbar sein Leine griffbereit, bei Wild sofort anleinen
Spiel- und Liegewiesen, Wassertretanlagen im Wald Hunde dürfen dort nicht frei laufen anleinen oder meiden
Naturschutzgebiete Leinenpflicht häufig per Verordnung Schilder am Eingang beachten
Ortschaften Polizeiverordnung der Gemeinde im Ort grundsätzlich anleinen
Weiden mit Vieh Recht des Eigentümers, Sicherheitsfrage kurze Leine, Abstand
Loipen im Winter Hunde nicht auf der Spur Winterwanderwege nutzen

Die Tabelle ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Verbindlich sind das Landesrecht, die Verordnungen der Schutzgebiete und die Satzungen der Gemeinden. Im Zweifel hilft die Tourist-Information vor Ort.

Leinenpflicht im Detail

Wald

Im Wald darf Ihr Hund in Baden-Württemberg grundsätzlich ohne Leine laufen, wenn Sie jederzeit auf ihn einwirken können. Das heißt: Er reagiert zuverlässig auf Rückruf, bleibt in Sichtweite und verlässt den Weg nicht, um Wild nachzustellen. Ein Hund, der wildert, ist ein ernstes Problem: Er gefährdet Wildtiere und kann für Halterin oder Halter rechtliche Folgen haben. Wenn Sie nicht sicher sind, wie Ihr Hund auf Rehe reagiert, bleibt er an der Leine.

Naturschutzgebiete

Rund um Höchenschwand liegen mehrere Schutzgebiete, darunter das Höchenschwander Moor, das Tiefenhäuser Moos und der Bannwald Schwarzahalden. Weiter entfernt gehören die Wutachschlucht und der Feldberg dazu. In Naturschutzgebieten schreibt die jeweilige Verordnung häufig eine Leinenpflicht vor. Auch wo das nicht ausdrücklich so ist, sollten Hunde dort auf dem Weg bleiben. Moore sind empfindlich, und Bodenbrüter reagieren stark auf Störungen.

Brut- und Setzzeit

Im Frühjahr und Frühsommer ziehen Wildtiere ihren Nachwuchs auf. Rehkitze liegen im hohen Gras, Bodenbrüter sitzen auf Nestern in Wiesen und Mooren. Eine landesweite Leinenpflicht für diese Zeit gibt es in Baden-Württemberg nicht, manche Gemeinden legen sie aber fest. Unabhängig davon ist es in dieser Zeit fair, den Hund nah zu führen und Wiesen nicht zu durchstreifen.

Kühe, Rinder und Weidevieh

Auf der Hochfläche und in der Umgebung grasen im Sommer Rinder, oft auf Weiden, durch die Wanderwege führen. Für Menschen ohne Hund sind diese Begegnungen meist harmlos. Mit Hund ist Vorsicht geboten, besonders bei Mutterkühen mit Kälbern. Kühe sehen im Hund einen möglichen Angreifer.

So gehen Sie sicher über die Weide:

  1. Hund an die kurze Leine, bevor Sie die Weide betreten.
  2. Abstand zu den Tieren halten, nicht zwischen Kuh und Kalb laufen.
  3. Ruhig und zügig gehen, nicht rennen, nicht schreien.
  4. Gatter wieder schließen.
  5. Wenn eine Kuh auf Sie zukommt oder angreift: Hund loslassen. Er kann flüchten, und die Kuh lässt meist von Ihnen ab.

Wenn eine Herde direkt am Weg steht und unruhig wirkt, ist ein Umweg die bessere Wahl.

Hundekot auf Wiesen und Weiden

Kotbeutel gehören auch auf dem Land in den Rucksack. Wiesen auf der Hochfläche sind meist Futterflächen für Rinder: Das Gras wird gemäht und als Heu oder Silage verfüttert. Hundekot im Futter kann Krankheitserreger übertragen, die bei Rindern zu Fehlgeburten führen können. Landwirte bitten deshalb darum, Hunde nicht in Wiesen laufen zu lassen und Hinterlassenschaften auch am Wegrand mitzunehmen. Gefüllte Beutel gehören in den Müll und nicht ins Gebüsch.

Wildtiere und Wolf

Im Wald begegnen Sie Rehen, Füchsen und Wildschweinen. Hunde, die Witterung aufnehmen, sollten Sie früh anleinen. Wildschweine mit Frischlingen sind im Frühjahr wehrhaft. In Teilen des Südschwarzwalds leben auch Wölfe. Für Wanderer mit Hund ist das Risiko gering, wenn der Hund an der Leine oder nah bei Ihnen bleibt. Das Wolfs-Informationszentrum in Höchenschwand informiert über das Thema.

Touren um Höchenschwand, die für Hunde passen

Heilklima-Wanderwege

Die kurzen Runden über die Hochfläche sind für Hunde ideal: breite Wege, wenig Verkehr, Wiesen und Waldränder. Rund um das Höchenschwander Moor gehört der Hund an die Leine. Wie die Runden verlaufen, beschreibt der Artikel Rundwanderungen für Einsteiger.

Schinkenweg

Der Themenweg mit rund 12 Kilometern ist eine gute Tagestour für Hunde mit Kondition. Er wechselt zwischen offener Hochfläche und Wald. Nehmen Sie Wasser für den Hund mit, nicht jeder Abschnitt führt an einem Bach vorbei.

Touren mit Abstieg ins Tal

Die Wege an den Hängen von Alb und Schwarza sind kühler und schattiger als die Hochfläche. An heißen Tagen sind sie für Hunde angenehmer. Der Wiederaufstieg ist dafür anstrengend, auch für den Hund.

Weniger geeignet

  • Schluchten mit Drahtseilen und Stufen: für große oder ungeübte Hunde schwierig, in Schutzgebieten an der Leine
  • Feldberggipfel im Sommer: Naturschutzgebiet, viele Menschen, an heißen Tagen wenig Schatten
  • Loipen im Winter: tabu für Hunde, Winterwanderwege nutzen

Gesundheit und Ausrüstung

Zecken und Hitze

Der Südschwarzwald gehört zu den Gebieten mit hohem Zeckenaufkommen. Sprechen Sie vor der Reise mit Ihrer Tierarztpraxis über Zeckenschutz und suchen Sie den Hund nach jeder Wanderung ab. Im Sommer gilt: früh losgehen, Mittagshitze meiden, Asphalt mit der Hand prüfen.

Checkliste für den Hunderucksack

  • Leine, auch wenn der Hund meist frei läuft
  • Wasser und Faltnapf
  • Kotbeutel, auch im Wald
  • Zeckenzange
  • kleines Erste-Hilfe-Set mit Pfotenschutz
  • Handtuch für nasse Tage
  • Impfpass oder Heimtierausweis, vor allem bei Ausflügen in die Schweiz
  • Telefonnummer einer Tierarztpraxis in der Nähe

Unterkunft mit Hund

Nicht jede Unterkunft nimmt Hunde auf, und viele berechnen einen Aufpreis. Fragen Sie vor der Buchung nach Hausregeln, eingezäuntem Garten und ob der Hund allein im Zimmer bleiben darf. Klären Sie auch, ob Hunde in Frühstücksraum und Restaurant erlaubt sind, und fragen Sie nach einer Tierarztpraxis in der Nähe. Worauf Sie bei der Wahl der Unterkunft generell achten sollten, steht unter Unterkünfte in Höchenschwand.

Mit Hund im Winter

Auch im Winter sind Wanderungen mit Hund auf der Hochfläche gut möglich. Geräumte Winterwanderwege und Feldwege bieten genug Platz. Loipen sind dagegen tabu: Pfotenabdrücke zerstören die gespurte Bahn, und Langläufer können stürzen, wenn ein Hund in die Spur läuft.

Worauf Sie im Winter achten sollten:

  • Pfoten: Streusalz und Eisklumpen zwischen den Ballen reizen die Haut. Nach dem Spaziergang die Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen, Pfotenbalsam schützt vorab.
  • Kälte: Kurzhaarige und kleine Hunde frieren schnell. Bewegung hält warm, lange Pausen im Wind dagegen nicht.
  • Wildruhe: Im Winter brauchen Wildtiere ihre Energiereserven. Bleiben Sie auf den Wegen und leinen Sie den Hund in Wildruhezonen an.
  • Dunkelheit: Es wird früh dunkel. Ein Leuchthalsband macht den Hund sichtbar.

Quellen

  • Leinenpflicht und Waldrecht: Landeswaldgesetz Baden-Württemberg, Hinweise von Städten und Gemeinden zur Hundehaltung, Stand Oktober 2026
  • Schutzgebiete: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg, Schutzgebietsverzeichnis
  • Wolf in Baden-Württemberg: Wolfs-Informationszentrum und Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Gibt es im Schwarzwald eine Leinenpflicht für Hunde?
Eine generelle Leinenpflicht im Wald gibt es in Baden-Württemberg nicht. Der Hund muss aber so geführt werden, dass Sie ihn jederzeit kontrollieren können, und er darf kein Wild hetzen. Gemeinden können per Polizeiverordnung eine Leinenpflicht festlegen, und in Naturschutzgebieten schreibt die jeweilige Verordnung sie häufig vor.
Wie verhalte ich mich mit Hund auf einer Kuhweide?
Hund an die kurze Leine, Abstand zu den Tieren halten, ruhig und zügig weitergehen. Mutterkühe verteidigen ihre Kälber und reagieren auf Hunde besonders empfindlich. Wenn eine Kuh angreift, lassen Sie den Hund los. Er ist schneller als Sie, und die Kuh folgt meist dem Hund statt Ihnen.
Darf mein Hund im Schluchsee oder in Bächen baden?
An offiziellen Badestellen sind Hunde häufig nicht erlaubt, das regeln die Gemeinden mit Schildern. Abseits davon ist ein kurzes Bad in Bächen oft möglich, solange keine Schutzgebietsregeln dagegen sprechen. In Mooren und Naturschutzgebieten bleiben Hunde auf dem Weg und gehen nicht ins Wasser.
Kann ich mit Hund Bus und Bahn nutzen?
Ja, Hunde dürfen im Nahverkehr meist mitfahren. Für größere Hunde ist oft ein eigenes Ticket nötig, und Gästekarten mit freier Fahrt schließen die Mitnahme von Hunden in der Regel nicht ein. Prüfen Sie die Bedingungen des Verkehrsverbunds vor der Fahrt und denken Sie an einen Maulkorb, falls er verlangt wird.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Höchenschwand im Web.